Piediluco-See
Der Piediluco-See liegt im südöstlichen Teil Umbriens, nur wenige Kilometer von Terni entfernt, und ist nach dem Trasimenischen See der zweitgrößte natürliche See der Region. Umgeben von Wäldern und Bergen, die sich in seinem kristallklaren Wasser spiegeln, zeigt der See je nach Jahreszeit unterschiedliche Farbtöne – vom Smaragdgrün der Sommertage bis zu den silbernen Reflexen des Winters.
Seit Jahrhunderten begeistert die Schönheit des Piediluco-See Reisende, Schriftsteller und Künstler. Während der Zeit der Grand Tour war dieser See eine unverzichtbare Station für europäische Intellektuelle auf ihrer Italienreise. Er wurde von Autoren wie Richard Lassels, Goethe und Lord Byron beschrieben und von Malern wie Jean-Baptiste Camille Corot dargestellt, der ihm zahlreiche Gemälde widmete.
Die Geologie des Sees
Eingebettet in die Hügel des umbrischen Apennins fasziniert der Piediluco-See nicht nur durch die Schönheit seiner Landschaft, sondern auch durch seine uralte geologische Geschichte.
Mit seiner charakteristischen unregelmäßigen und zerklüfteten Form erstreckt sich der See über einen Umfang von etwa 13 Kilometern und erreicht auf einer Höhe von 375 Metern über dem Meeresspiegel eine maximale Tiefe von rund 19 Metern. Seine Gewässer werden hauptsächlich durch einen natürlichen Zufluss des Rio Fuscello gespeist, der am Monte Tilia entspringt. Über künstliche Kanäle ist der See mit den Flüssen Velino und Nera verbunden, die seinen Wasserstand regulieren.
Zusammen mit den Seen Lungo, Ripasottile und Ventina in der Provinz Rieti stellt er die letzten Überreste des antiken Lacus Velinus dar, eines ausgedehnten alluvialen Beckens, das sich während des Quartärs bildete und einst einen großen Teil der Ebene von Rieti bedeckte. Mit dem Bau des Marmore-Wasserfalls, eines beeindruckenden wasserbaulichen Projekts der Römer im 3. Jahrhundert v. Chr., das den Abfluss des Wassers in den Fluss Nera ermöglichen sollte, wurde das Becken nahezu vollständig trockengelegt. Dadurch veränderten sich sowohl die Landschaft als auch das Ökosystem der gesamten Region grundlegend.Eine wenig bekannte Besonderheit betrifft den Seeboden: Die Sedimente, die sich über Jahrtausende angesammelt haben, bilden ein natürliches Archiv der Vergangenheit des Sees. Durch ihre Untersuchung lassen sich Klimaveränderungen, die Entwicklung der Vegetation und sogar Spuren menschlicher Aktivitäten rekonstruieren, die dieses Gebiet im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben.


















